Iris Wassill

 

 

In München geboren und wohnhaft

 

Jahrgang 1969

 

Volljuristin und Autodidaktin

 

Mitglied in der Künstlervereinigung Kunstrefugium

 

Mitbegründerin der Facebook-Gruppe „Höllenmalerei“  (zusammen mit Peggy Steike)

 

Iris Wassill zu ihrer Kunst:

 

„Mit Illustrationen, Karikaturen und Ölbildern visualisiere ich das menschliche Handeln. Politische Kunst dient mir als Ausdruck der Meinungsfreiheit, deren Nutzung in unseren Tagen immer wichtiger wird.“

 

Kontakt: iris.wassill@gmx.de

 

 

 

Illustrationen





Bilder und Texte

© Iris Wassill

„Der Schrecken der Medusa“

 

In der Antike ließ der Blick der Medusa die Menschen versteinern. Ganz wie die moderne Medusa – all unsere Bildschirme. Stundenlang sitzen wir wie gebannt und starren sie an. Die Schrecken der modernen Welt und ihre aktive Verdrängung leuchten uns gleichzeitig aus ihrem toten Auge entgegen. Wer findet noch die Kraft ihr zu widerstehen und selbst zu handeln? Gebannt sehen wir der Welt zu, wie sie verändert wird.

 

Die Göttin der Weisheit – Pallas Athene – war die Feindin der Medusa, da diese ihren Tempel entweiht hatte. Darum unterstützte Athene den Held Perseus, damit dieser die Medusa besiegen konnte. Nachdem er seine Feinde mittels des Hauptes der Medusa beseitigt hatte, brachte er Athene das Haupt als Opfer dar. Athene führt es seitdem auf ihrem Schild in der Mitte.

 

Mit der Weisheit kann also der Schrecken, der uns fesselt, überwunden werden. Weisheit ist sich der Schrecken stets bewusst. Blicken Sie daher dem Schrecken der Medusa in ihre vielen Gesichter und ziehen Sie für sich Ihre Schlüsse daraus. Viel Vergnügen beim Entdecken!  

 

“Sauvez l´Afrique“

 

Afrika wird gerade zum zweiten Mal kolonialisiert. Still. Hinter den Kulissen. Kein offizieller Aufwand mit Soldaten und Kolonialbeamten, einfach von Geschäftsleuten, die mit politischem Hintergrund handeln.

Jeder nimmt sich seinen Teil. Erdöl, Rohstoffe, fruchtbares Ackerland. Nur dafür wird den dankbaren Regierungen vor Ort eine Infrastruktur hingestellt. Zum Abtransport. Vielleicht auch, um später eigenes Volk dort anzusiedeln? Was machen die Deutschen? Sie gucken zu.

Was wissen wir von den Afrikanern, von Ihren Religionen, Mythen, ihren stolzen Königen und Kriegern, von ihrem Sozialverhalten, ihrer Weisheit in unwirtlichen Gegenden zu überleben? Leider wenig. Wir schätzen alle die Lebenslust in ihnen und in ihrer Musik, der Rhythmus kam aus Afrika über die Karibik zu uns. Einige unserer Märchen kommen von Ihnen. Die französische Küche benutzt ihre Rezepte. Sie können gut laufen und Fußball spielen. Sie leben in den Tag, aber sie schätzen ihn auch, als wäre es ihr letzter. Leider ist das öfter der Fall.

Was können wir Einzelne tun? Eine botsuanische Detektivin hat in einem Roman gesagt, sie könne nicht allen helfen, aber denen, mit denen sie direkt Kontakt hat. Sollte es daneben nicht aber auch einen internationalen Schutz vor Ausbeutung geben?

 

“Die Teilzeitfrau“

 

Wie sollen wir es allen nur recht machen. Im Job – unsere Eltern nannten es damals Beruf – wird die ganze Frau verlangt, wenn eine gut bezahlte Führungsposition besetzt werden soll. Anwesenheit ist immer noch Trumpf, da stören familiäre Verpflichtungen. Und wenn es doch Familie sein soll, dann bitte pflegeleicht für den Betrieb mit Pflegemutter/Kita/Internat.

Die Gesellschaft außerhalb beäugt andererseits misstrauisch die arbeitenden Mütter und geht von deren Aufopferung für das Wohl des Kindes aus. In den Schulen wird immer mehr Lehrstoff auf die Eltern ausgelagert, die möglichst alles mit den Kindern nacharbeiten, -erarbeiten, -ausarbeiten und kontrollieren sollen. Wenn die Frau dort nicht komplett zur Verfügung steht, ist es auch nicht recht. Und das, obwohl die Familien kaum noch mit einem Einkommen um die Runden kommen, sondern die Frauen dazuverdienen müssen. Das Bild ist der manifestierte Abschied von Karriere und dem Heimchen am Herd.

 

Wichtig ist nur, dass sich die Frauen bei der Ausgestaltung Ihres Lebens nicht dreinreden lassen. Sie können es nicht allen recht machen und es reicht, wenn sie mit ihren Entscheidungen selbst zufrieden sind.

 

“Dem Häschen schneiden wir ja auch nicht die Ohren ab“

 

In Afrika leben immer noch Millionen Frauen, deren Geschlecht aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen verstümmelt wird. Es geht um die Ehre der Mädchen und von deren Familien. Die Mädchen werden ungefähr um das zwölfte Lebensjahr herum von Beschneiderinnen heimgesucht, die von den Familien bestellt werden, um die Verstümmelung vorzunehmen. Ein hoher Prozentsatz der Mädchen überlebt die Prozedur nicht. Blutverlust oder Infektionen raffen sie dahin. Wer überlebt, kämpft fortan mit Unterleibsbeschwerden, kann nicht richtig Wasser lassen und die Menstruation ist ebenfalls behindert, da die Kinder zugenäht werden. Schmerzen sind der ständige Begleiter der Mädchen bei deren täglicher schwerer Arbeit. Natürlich sind Geburten sehr kompliziert aufgrund der Verwachsungen und stellen mitunter ein tödliches Risiko dar. Um den Verein FGM zu unterstützen, der gegen die Verstümmelungspraxis vor Ort kämpft, ist dieses Bild entstanden. Ich wünsche den afrikanischen Mädchen, dass sie so schön unversehrt bleiben können, wie der abgebildete Hase.

 

“Nichts ist so wie es scheint“

 

In unserer Welt herrscht ständig Karneval. Alle tragen Masken, manchmal fällt eine herunter oder wird herunter gerissen und die Gesellschaft gibt sich entsetzt.

Menschen, die es ehrlich meinen und sich bemühen etwas zu verändern, werden verteufelt, bloßgestellt, fertig gemacht. Die anderen mit ihren sauberen Westen machen allen etwas vor, tragen aber den wahren Teufel in sich. Zu welchen wollen wir gehören? Wenn wir schnell vorankommen wollen, müssen wir oft Kompromisse schließen, bei denen die guten Vorsätze über Bord gehen. Wie lange dauert es, bis die Menschen in den weißen Westen nicht mehr ihr eigenes Gesicht, sondern eine Fratze im Spiegel sehen? Was sehen Sie dort?

 

 

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